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Die Klasse 6a auf Spurensuche PDF Drucken
Geschrieben von: Julia Sammoray und Benjamin Svensson   

Ein paar dürre Zeilen in einer Schülerakte, der zentrale Satz lautet: „Die Klosterschule teilt mit, dass der Mischling I. Grades Ingeborg von Neurath seit dem heutigen Tage die Schule verlassen hat.“ Die Klasse 6a mit ihrer Geschichtslehrerin Julia Sammoray wollte es genauer wissen. Wer war Ingeborg von Neurath? Warum musste sie mitten im Schuljahr die Schule verlassen? Was ist ein „Mischling I. Grades“? Wie war die Situation zu dieser Zeit in Hamburg?

Die Sechstklässler machten sich auf die Suche nach Antworten und konnten bei einem Besuch in der Werkstatt der Erinnerung im Institut für Zeitgeschichte bei Frau Dr. Apel mehr über die Situation der von den Nationalsozialisten so genannten „Halbjuden“ erfahren. Und sie untersuchten die Schülerakte von Ingeborg von Neurath.

Die jungen Forscher ließen sich auch von altertümlicher Sprache und ungewohnten Schriftarten nicht entmutigen und konnten am Ende ihres mehrmonatigen Projekts die meisten ihrer Fragen beantworten, zumindest aber die Ausgangsfrage: Ingeborg von Neurath galt nach den nationalsozialistischen Nürnberger Rassegesetzen als „Halbjüdin“, wurde deshalb diskriminiert und musste deshalb die Schule verlassen. Vieles konnten die Arbeitsgruppen der 6a auch über die schwierige Lage von verfolgten Menschen in Hamburg zur Zeit des Nationalsozialismus und über die Lebenswelt Ingeborg von Neuraths herausfinden.

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Die Forschungsergebnisse haben die Schülerinnen und Schüler der 6a in der Vitrine im Übergang von Haus A zu Haus B ausgestellt und im Rahmen einer kleinen Eröffnungsfeier präsentiert. Es gibt allgemeinere Informationen über die Themen Nationalsozialismus, Judentum und Zweiter Weltkrieg in Hamburg, über die Schulzeit im Nationalsozialismus im Allgemeinen und das, was die Schüler über die Klosterschule in der NS-Zeit herausfinden konnten im Speziellen.

Im mittleren zentralen Bereich hat die Klasse alle Forschungsergebnisse zu Ingeborg von Neurath gesammelt und mit Primärquellen aus der Schülerakte, eigenen Fotos, Erkenntnissen aus den Exkursionen und der Aufbereitung der vergleichbaren Lebenswege verknüpft.

Auf der Rückwand der Vitrine sind alle Forschungsfragen der Klasse gesammelt abgedruckt. Ziel ist es, die Besucher anzuregen, die Antworten auf die Fragen in der Ausstellung zu suchen, über unbeantwortete Fragen selbst nachzudenken und vielleicht sogar weitere Fragen aufzuwerfen, die im Zusammenhang mit unserem Thema stehen.

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Das Projekt wurde beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch!

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 30. August 2017 um 19:19 Uhr
 
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