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Ganz ist nicht genug - Die Zeit 39/2004 - Jan Friedmann
 
Im KZ ermordet - Erinnerungen an Lehrer PDF Drucken E-Mail
Hamburger Abendblatt, 27.12.1999

Die Klosterschule in Borgfelde, Hamburgs einziges staatliches Ganztagsgymnasium, erinnert mit einer Dauerausstellung an seinen früheren Lehrer Dr. Walter Bacher (1893 bis 1944), der mit seiner Frau Clara im KZ Auschwitz ermordet wurde.
Bacher war 1927 an die damalige Mädchenschule gekommen und als Jude 1933 aus dem Staatsdienst entlassen worden. Bis kurz vor seiner Ermordung unterrichtete er dann in der Israelitischen Töchterschule an der Karolinenstraße.
Bereits 1931 hatte Bacher in einem Aufsatz über die politische Radikalisierung "unserer akademischen Jugend" geschrieben und die "zu große politische Zurückhaltung der höheren Schulen" beklagt. Auch erschien ihm fraglich, ob die Halbtagsschulen gegen "mächtige Konkurrenten" wie parteipolitische Verführer überhaupt genug ausrichten können.
Ruben Herzberg, Leiter der Klosterschule: "Dr. Bracher war seiner Zeit sehr weit voraus, viele seiner Überlegungen geradezu visionär." Die Ausstellung "Dr. Walter Bacher, Jude, Sozialdemokrat, Lehrer an der Klosterschule" liefert neben Biografischem auch spannende Einblicke in Hamburgs Schulalltag unter dem Hakenkreuz.
 
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