Schild mit Mondsichel, Kreuz und Davidstern und der Beschriftung "miteinander - füreinander"

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Im Rahmen des Projekts Akzeptanz stellten im März Vertreter:innen des Judentums, des Christentums und des Islams den 9. Klassen der Klosterschule ihren Glauben vor und beantworteten die Fragen der Jugendlichen. Das Projekt richtet sich gegen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung.

Bei zwei Veranstaltungen präsentierten zwei Teams den Klosterschüler:innen ihre Religionen. Zu Beginn suchten die Neuntklässler:innen in einem Spiel nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der drei monotheistischen Religionen. Die Gäste erläuterten dabei Besonderheiten wie Essensgebote und -verbote, religiöse Symbole und heilige Schriften. Gleichzeitig zeigten sie viele verbindende Elemente auf – etwa die Bedeutung von Fastenzeiten oder das Gebot der Wohltätigkeit, das in allen drei Religionen eine zentrale Rolle spielt.

Auf Nachfragen berichteten die Vertreter des Islams und des Judentums von zahlreichen intoleranten und diskriminierenden Erfahrungen. Häufig würden Menschen nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern ausschließlich als „der Muslim“ oder „die Jüdin“, auf die dann Vorurteile projiziert werden. Im Gespräch wurde zudem deutlich, wie groß die Unterschiede innerhalb der Religionen selbst zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen sein können.

Wenn eine muslimische Schülerin in der Theater-AG eine bestimmte Rolle nicht bekommt oder wenn ein Junge behauptet, bestimmte Musik sei nach der Religion verboten – ist das dann schon diskriminierend? Diese und andere Fallbeispiele diskutierten die Neuntklässler:innen anschließend in Kleingruppen.

Alle drei Gäste wünschten sich, als ganz normale Menschen mit Stärken und Schwächen gesehen und nicht allein über ihre Religion definiert zu werden. Am Ende wurde klar: Zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen gibt es weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.